Netzwerktagung „Ankommen, Zurechtfinden, gemeinsam Gestalten – Erstorientierungskurse in Sachsen“

Am 28.01.2019 fand, anlässlich der weiteren Projektförderung im Jahr 2019, die Netzwerktagung „Ankommen, Zurechtfinden, gemeinsam Gestalten – Erstorientierungskurse in Sachsen“ an der VHS Dresden statt.

Dieser Fachtag, organisiert von der Landeskoordination Erstorientierung Sachsen, bot AkteurInnen aus Bildung, Politik, Verwaltung, der Beratungspraxis und Sozialarbeit einen Raum um über den aktuellen Stand der Erstorientierungskurse in Sachsen sowie zukünftige Entwicklungen in den Dialog zu treten. Was bereits gelingt, was weiterentwickelt und was verstetigt werden muss, waren dabei nur einige der Fragen, zu denen sich die verschiedenen AkteurInnen der Integrationsarbeit austauschten.

In zwei Podiumsgesprächen diskutierten die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, der Direktor der Volkshochschule Dresden und stellv. Vorsitzende des Sächsischen Volkshochschulverbands, Jürgen Küfner und der Geschäftsführer von ARBEIT UND LEBEN Sachsen, Frank Schott sowie DozentInnen, KulturmittlerInnen und VertreterInnen der Landeskoordination Erstorientierung und der Projektpartner über die gesellschaftliche Bedeutung und die praktische Umsetzung der Kurse. Zudem wurden die Ergebnisse der umfassenden Evaluation vorgestellt, welche 2018 von der Landeskoordination Erstorientierung gemeinsam mit den Kursträgern umgesetzt wurde.

Im zweiten Teil der Netzwerktagung tauschten sich die TeilnehmerInnen in verschiedenen Workshops zu dem Entwicklungspotential des Curriculums, Möglichkeiten des Übergangsmanagement und Wegen der TeilnehmerInnengewinnung aus.

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Insgesamt nahmen 50 Gäste teil, wobei neben unmittelbar Projektbeteiligten auch Interessierte aus vielfältigen gesellschaftlichen Bereichen, wie beispielsweise der Kommunen, der Polizei, der BAMF-Regionalstellen und der sächsischen Landesärztekammer, vertreten waren.

Netzwerktagung „Ankommen, Zurechtfinden, Gemeinsam gestalten“ – Erstorientierungskurse in Sachsen

Die Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen werden auch im Jahr 2019 weitergführt. Aus diesem Grund möchten wir Sie herzlich zu unserer Fachtagung am 28.01.2019, 09:15 -15:15 Uhr, in die Volkshochschule Dresden einladen. Wir möchten uns mit Ihnen zu verschiedenen Themen austauschen und vernetzen.

Wir sehen die Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen u.a. als ersten Schritt in der Integration von Geflüchteten, bei dem Überblickswissen vermittelt wird. Wir wollen dazu im Rahmen der Fachtagung  mit anderen Akteuren der Integrationsarbeit ins Gespräch kommen, um eine bessere Verzahnung zwischen diesem und anderen Integrationsangeboten herzustellen: Darüber informieren, was die Erstorientierungskurse leisten und wie sie sich ins Integrationsgeschehen einfügen, sowie darüber sprechen, wie die Erstorientierungskurse und weiterführende Angebote besser aufeinander abgestimmt werden können.

Der angefügten Einladung können Sie weitere Informationen und die inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung entnehmen.

Bitte melden Sie sich bis spätestens 18.01.2019 per Mail an fachtagung@erstorientierung-sachsen.de an.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Pressegespräch mit Staatsministerin Petra Köpping in der Erstaufnahmeeinrichtung Leipzig

Am 23.05.2018 besuchte die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Frau Petra Köpping, die Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig. Bei einem Pressegespräch zog sie gemeinsam mit Sabine Baldauf, Bereichsleiterin Flüchtlingshilfe des Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Prof. Dr. Ulrich Klemm, Geschäftsführer des sächsischen Volkshochschulverbandes und Frank Schott, Geschäftsführer von ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V., eine äußerst positive Zwischenbilanz unserer Erstorientierungskurse. Gerade der sächsische Ansatz, ein muttersprachliches Modul durch unsere KulturmittlerInnen durchzuführen, wurde von allen Gesprächspartnern als innovativ und richtungsweisend hervorgehoben.

Prof. Dr. Ulrich Klemm, Staatsministerin Petra Köpping, Sabine Baldauf, Frank Schott
v.l.: Prof. Dr. Ulrich Klemm, Staatsministerin Petra Köpping, Sabine Baldauf, Frank Schott

Auch die Deutschdozentin T. Vu und der Kulturmittler M. Dabdoub nahmen am Gespräch teil und bereicherten es durch eindrückliche Schilderungen ihrer Erfahrungen. Herr Dabdoub hob hervor, dass er seine eigenen Erfahrungen mit dem Neu-Ankommen in Sachsen gerne an die Kursteilnehmenden weitergibt.

Sprachdozentin T. Vu und Kulturmittler M. Dabdoub
Sprachdozentin T. Vu und Kulturmittler M. Dabdoub

Frau Staatsministerin Köpping ist außerdem stolz darauf, dass Kurse zur Erstorientierung nun auch bundesweit gefördert werden. Sie würde sich jedoch auch wünschen, dass das sächsische Konzept bundesweit zur Anwendung kommt.

Der MDR berichtete über das Pressegespräch:

Dokumentation zum Wegweiser-Projekt erschienen

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse erscheint im März 2018 unsere Dokumentation zum Wegweiser-Projekt für Asylsuchende. Dieses Integrationsprojekt zur Erstorientierung von Geflüchteten in Erstaufnahmeeinrichtungen wurde vom sächsischen Volkshochschulverband und ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. zusammen mit sächsischen Volkshochschulen im Auftrag der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, im Zeitraum von November 2015 bis Juli 2017 durchgeführt. In der Dokumentation werden Erfahrungen und Ergebnisse dieses erfolgreichen Modellprojekts, bei dem in 400 Kursen über 8.000 Zugewanderte in Erstaufnahmeeinrichtungen geschult wurden, vorgestellt.

Die Dokumentation mit dem Titel „Wegweiser für Asylsuchende – Kurse zur Erstorientierung in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen“ wird vom Sächsischen Volkshochschulverband und ARBEIT UND LEBEN Sachsen herausgegeben, hat einen Umfang von 112 Seiten und ist in dem sozialpolitischen Fachverlag AG SPAK Bücher (Neu-Ulm 2018, ISBN 978-3-945959-28-2) erschienen. Der Band ist im Buchhandel oder bei ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. (Leipzig) sowie beim Sächsischen Volkshochschulverband e.V. (Chemnitz) erhältlich.

Wegweiser für Asylsuchende

Neue KulturmittlerInnen ausgebildet

Heute geht eine weitere erfolgreiche KulturmitterInnen-Ausbildung zu Ende. Im Laufe der Woche wurden zwölf Interessierte mit den Inhalten des Curriculums und den didaktischen Grundprinzipien der Erstorientierungskurse vertraut gemacht. Außerdem absolvierten alle Teilnehmenden ein interkulturelles Training, einen Crashkurs in Sachen Asylrecht und wurden für den Umgang mit möglicherweise traumatisierten Kursteilnehmenden sensibilisiert. Außerdem stellten sich VertreterInnen der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes den angehenden KulturmittlerInnen vor und berichteten über die Arbeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen.

Ausbildung neuer KulturmittlerInnen

Erstmals wurden KulturmittlerInnen für die Sprachen Georgisch, Spanisch und Türkisch ausgebildet, womit wir auf die sich ändernden Rahmenbedingungen  in der Praxis reagieren.

ARBEIT UND LEBEN Sachsen und SVV erhalten Innovationspreis Weiterbildung 2017 des Freistaates Sachsen

Im Rahmen der Verleihung des Innovationspreises Weiterbildung 2017 des Freistaates Sachsen am
20. September in Leipzig ist ARBEIT UND LEBEN Sachsen gemeinsam mit dem Sächsischen Volkshochschulverband e.V. mit dem 2. Preis ausgezeichnet worden.

ARBEIT UND LEBEN Sachsen und SVV erhalten Innovationspreis Weiterbildung 2017 des Freistaates Sachsen

Die Jury würdigte damit die erfolgreiche Umsetzung des Modellprojekts „Wegweiserkurse für Asylsuchende in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen“, das erst kürzlich weitestgehend in das Regelangebot „Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen“ übernommen wurde.

Im Jahr 2015 wurden ARBEIT UND LEBEN Sachsen und der Sächsische Volkshochschulverband e.V. gemeinsam durch die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, beauftragt, ein Konzept für „Wegweiserkurse für Asylsuchende in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen“ zu entwickeln und zu erproben. Dieses Vorhaben wurde maßgeblich im Jahr 2016 umgesetzt.

Im Rahmen der einwöchigen Wegweiserkurse konnten über 8000 Asylsuchende bei ihren ersten Schritten in den Bereichen sprachliche Orientierung und Alltagsorientierung unterstützt werden. Die Kursteilnehmer/-innen wurden dabei jeweils 15 Unterrichtseinheiten von DaZ-Fachkräften (Deutsch als Zweitsprache) und weitere 15 Unterrichtseinheiten von Kulturmittler/-innen angeleitet.

Kulturmittler/-innen sind Lehrkräfte mit Migrationshintergrund und können den Asylsuchenden mit wichtigen Informationen in der jeweiligen Landessprache zur Seite stehen – ein Konzept, das sich bewährt hat: Auch im Rahmen der sächsischen Erstorientierungskurse werden künftig von ARBEIT UND LEBEN Sachsen ausgebildete Kulturmittler/-innen zum Einsatz kommen.

Preisverleihung

Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus, würdigte das Konzept der Wegweiserkurse als einen strukturierten und durchdachten Ansatz zu einer hochaktuellen gesellschaftlichen Themenstellung. Die Jury sieht „in dem Vorhaben ein herausragendes Innovationsprojekt mit großem Engagement, kreativer Intelligenz und großer öffentlicher Signalwirkung“.

Dr. Ralph Egler, der den Preis in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Sächsischen Volkshochschulverbands und von ARBEIT UND LEBEN Sachsen entgegennahm, freute sich insbesondere auf die Implementierung des Modellprojekts als Standard- und Regelangebot.

Die Wegweiserkurse leben als Erstorientierungskurse weiter und finden einen flächendeckenden Einsatz in Sachsen. Volkshochschulverband und ARBEIT UND LEBEN arbeiten als Landeskoordination Erstorientierungskurse weiter, stellen die Qualitätssicherung, das Monitoring, die Evaluierung und insbesondere die Ausbildung der Kulturmittler sowie die Begleitung der Kultur- und Sprachmittler sicher.

Auftaktveranstaltung: Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen

Auftaktveranstaltung: Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen

Ab dem 1. September 2017 finden in allen sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende (EAE) Erstorientierungskurse statt, die sich sowohl konzeptionell als auch inhaltlich am Modellprojekt Wegweiserkurse der Kooperationspartner ARBEIT UND LEBEN Sachsen und Sächsischer Volkshochschulverband e.V. orientieren. Aus diesem Anlass fand am 4. September 2017 die Auftaktveranstaltung „Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen“ in der Landesgeschäftsstelle von ARBEIT UND LEBEN Sachsen in der Leipziger Löhrstraße statt.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Frank Schott, Geschäftsführer ARBEIT UND LEBEN Sachsen, würdigte die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping in ihrem Grußwort die bisher geleistete Arbeit und stellte mit Blick auf die Zukunft klar: „Integration ist kein Sprint; Integration ist ein Marathon.“

Anschließend zeichneten Stefan Grande, stellvertretender Geschäftsführer ARBEIT UND LEBEN Sachsen und Georg List vom Sächsischen Volkshochschulverband e.V. mit detaillierten Informationen zu beiden Projekten die Entwicklung „Von den Wegweiserkursen zu den Erstorientierungskursen“ nach: Im Rahmen der einwöchigen Wegweiserkurse konnten über 8000 Asylsuchende bei ihren ersten Schritten in den Bereichen sprachliche Orientierung und Alltagsorientierung unterstützt werden. Die Kursteilnehmer/-innen wurden dabei jeweils 15 Unterrichtseinheiten von DaZ-Fachkräften und weitere 15 Unterrichtseinheiten von Kulturmittler/-innen angeleitet. Kulturmittler/-innen sind Lehrkräfte mit Migrationshintergrund und können den Asylsuchenden mit wichtigen Informationen in der jeweiligen Landessprache zur Seite stehen – ein Konzept, das sich im Modellprojekt bewährt hat: Auch im Rahmen der sächsischen Erstorientierungskurse werden künftig von ARBEIT UND LEBEN Sachsen ausgebildete Kulturmittler/-innen zum Einsatz kommen.

Ulrike Stansch moderiert die Podiumsdiskussion

Viel Übereinstimmung zwischen den Diskutierenden herrschte anschließend beim Podiumsgespräch zum Thema „Die Erstorientierungskurse im Kontext gelingender Integrationsarbeit“ moderiert von Ulrike Stansch von ARBEIT UND LEBEN Sachsen: Prof. Dr. Ulrich Klemm, Geschäftsführer Sächsischer Volkshochschulverband e.V., eröffnete seinen Redebeitrag mit einem Verweis auf ein pädagogisches Prinzip – „Auf den Anfang kommt es an!“ – und unterstrich damit ein weiteres Mal die Wichtigkeit der Erstorientierungskurse. Martin Wessels, Geschäftsführer Malteser Hilfsdienst gGmbH, gab seinem Vorredner recht, ergänzte jedoch: „Bildungsangebote müssen weiter gehen.“

Dies fand auch die Zustimmung von Frank Schott, der insbesondere die Relevanz von Angeboten zur Integration in Ausbildung und Arbeit hervorhob. Die Wegweiserkurse mit ihrem starken Fokus auf die Alltagsorientierung seien dabei eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung, die beispielsweise im Rahmen der KAUSA Servicestellen und des Projektes  Arbeitsmarktmentoren gestaltet wird. Schott verwies z.B. auf Herrn Akhash, einen ehemaligen Kursteilnehmer aus dem Iran, der aktuell im Projekt Arbeitsmarktmentoren bei ARBEIT UND LEBEN Sachsen Unterstützung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz als Bäcker erhält.

Nach der Podiumsdiskussion ließen die DaZ-Dozentinnen Rosa Hauch und Silke Treiber sowie die beiden Kulturmittler Mahmoud Dabdoub und Iyad Dayoub das Publikum an ihren vielfältigen Erfahrungen im Rahmen des Wegweiser-Projekts teilhaben: Mahmoud Dabdoub beschrieb seine Arbeit als „Herzenssache“ und die Sprachdozentin Rosa Hauch berichtete von Neugier und anfänglicher Unsicherheit, die aber schnell einer großen Freude an der Tätigkeit gewichen sei.

Tim Neuhäuser und Georg List von der neugegründeten Landeskoordination Erstorientierung

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten die Anwesenden die Möglichkeit, die Vorstellung der Landeskoordination Erstorientierung zu verfolgen, die als Kooperationsprojekt von ARBEIT UND LEBEN Sachsen und dem Sächsischen Volkshochschulverband e.V. konzipiert ist, und an einem Kick-off-Workshop teilzunehmen, der von Tim Neuhäuser und Georg List als Vertreter der jeweiligen Einrichtungen moderiert wurde. Dabei wurden sowohl die Erwartungshaltungen der verschiedenen Beteiligten als auch Detailfragen besprochen.

Die Resonanz der etwa 40 Anwesenden war durchweg positiv: „Die Veranstaltung war eine runde Sache“ resümierte ein Teilnehmer. Dennoch besteht auch weiterhin Gesprächs- und Handlungsbedarf. Deswegen möchte die neuformierte Landeskoordination Erstorientierung die Fragen und Anregungen aller Beteiligten aufgreifen und im Rahmen der weiteren Arbeit daran anknüpfen.

Kulturmittlerin beteiligt sich an der Diskussion