Hintergrund

Worum geht es in den Erstorientierungskursen?

Die Erstorientierungskurse (EOK) richten sich an alle Asylsuchenden, die in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen. Der 30-stündige Kurs soll ihnen dabei helfen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, den Alltag in Deutschland zu verstehen und erste Sprachkenntnisse vermitteln.

Ein Kurs besteht aus zwei Teilen à 15 Unterrichtsstunden:

In der sozialen Orientierung steht die Verständigung auf Deutsch im Fokus. Die Teilnehmenden lernen gängige Redewendungen (z.B. zur Begrüßung), sich vorzustellen und Angaben zur eigenen Person zu machen. Für alltagsnahe Situationen in der Erstaufnahmeeinrichtungen, bei Behörden und Ärzten werden wichtige Vokabeln und Sätze vermittelt. Schließlich lernen die Teilnehmenden auch, eigene Bedürfnisse auf Deutsch zu äußern. Da in diesem Kursteil die Grundlagen für das weitere Deutschlernen gelegt werden, spielen auch die Buchstaben und Laute der deutschen Sprache sowie phonetische und grammatikalische Grundlagen eine wichtige Rolle. Die Unterrichtssprache in der sozialen Orientierung ist Deutsch. Die Lehrkräfte kommen aus dem Bereich Deutsch als Zweitsprache und verfügen in der Regel über mehrjährige Unterrichtserfahrung. In diesem Kursteil kommt ein eigens entwickeltes Arbeitsheft zum Einsatz, welches jedem Teilnehmenden zum Kursbeginn zur Verfügung gestellt wird.

Der Kursteil der Alltagsorientierung wird von eigens ausgebildeten KulturmittlerInnen mit eigener Migrationserfahrung in der Muttersprache der Teilnehmenden durchgeführt. Themen sind dabei u.a.:

  • Das Asylverfahren und der Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung
  • Wege zur Erwerbstätigkeit und das deutsche Bildungssystem
  • Werte, Normen, Grundrechte
  • Orientierung in der Umgebung und Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel
  • Gesundheit und Umwelt

Durch den Wegfall der sprachlichen Barriere ergibt sich für die Teilnehmenden hier die Möglichkeit, Fragen zu stellen und eigene Anliegen mitzuteilen. Unterrichtsinhalte können dialogisch bearbeitet und diskutiert werden. Durch die eigene Migrationserfahrung können die KulturmittlerInnen die Situation des „Neu-Ankommens“ nachvollziehen und empathisch auf die Teilnehmdenden eingehen. So spielt diese menschliche Komponente, die den Teilnehmenden einen Raum bietet, sich zu öffnen, neben den wichtigen Inhalten auch eine entscheidende Rolle in diesem Kursteil.

 

Wer ist an den Erstorientierungskursen beteiligt?

Die Kursträger:

Die Koordination der Kurse vor Ort in den Einrichtungen und die Durchführung des Kursteils „soziale Orientierung“ wird an den sächsischen Standorten der Erstaufnahme von verschiedenen Kursträgern verantwortet:

Die Kursträger sind auch die Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtungen oder kooperieren sehr eng mit diesen. Dadurch haben sie einen  guten Einblick in die Situation vor Ort und können die Kurse bedarfsgerecht und flexibel planen, koordinieren und druchführen.

Die Landeskoordination Erstorientierung Sachsen:

Das Curriculum der Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen wurde im Rahmen des Modellprojektes „Wegweiserkurse“ von ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. und dem sächsischen Volkshochschulverband e.V. in Kooperation mit lokalen Volkshochschulen entwickelt. Im Rahmen der Erstorientierungskurse bilden ARBEIT UND LEBEN Sachsen und der sächsische Volkshochschulverband nun die „Landeskoordination Erstorientierung Sachsen“.

Die zentralen Aufgaben dieser zentralen Koordininierungsstelle sind:

  • Aus- und Weiterbildung der KulturmittlerInnen
  • Koordination der KulturmittlerInnen-Einsätze
  • Weiterentwicklung des Curriculums und der Unterrichtsmaterialien
  • trägerübergreifende Öffentlichkeitsarbeit
  • Vernetzung und Austausch der beteiligten Projektpartner
  • Weiterbildungsangebote für die DozentInnen der sozialen Orienterung
  • Projektcontrolling und Evaluation
  • Koordinierungsaufgaben zwischen den verschiedenen Kursträgern und den Fördermittelgebern

Wer finanziert die Erstorientierungskurse?

Die Erstorientierungskurse in sächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen werden durch das Bundesministerium des Innern, für Heimat und Bau und den Freistaat Sachsen gefördert.